Dass Männer auch zu Opfern und Frauen zu Täterinnen werden können, wird gegenwärtig immer noch gesellschaftlich tabuisiert. Dieser Umstand erschwert es Männern über ihre Gewalterfahrungen zu sprechen und führt nicht selten zu geschlechtsspezifischen Identitäts- und Rollenkonflikten und langfristigen psychischen und somatischen Folgen. Durch das Konzept der pro-aktiven Beratung männlicher Opfer häuslicher Gewalt, bei dem das Männerbüro aktiv Kontakt mit den Geschädigten aufnimmt und Unterstützung anbietet, sollen auch Männer erreicht werden, die aus eigenem Antrieb – zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt – keine Beratungsstelle aufgesucht hätten. Auf diese Weise soll eine Signalwirkung erzielt werden, die es männlichen Gewaltopfern erleichtert, ihre Isolation zu durchbrechen.